Psychische Gesundheit bei jungen Menschen: Vernetzungstreffen macht Angebote und Bedarfe sichtbar

Welche Auswirkungen hat(te) die Covid-19-Pandemie auf die psychosoziale Gesundheit von jungen Menschen in Österreich? Was sagt die Forschung zu diesem Thema? Welche Befunde gibt es aus der Praxis? Und wie können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gestärkt werden, um die psychischen Folgen der Pandemie zu verarbeiten und zuversichtlich in die Zukunft blicken zu können?

Bei einemOnline-Vernetzungstreffen am 28. Juni 2021 kamen Expert/innen aus den verschiedensten Bereichen zusammen, um diese Fragen zu diskutieren und Initiativen und Maßnahmen zu diesen Themen kennenzulernen. Die rund 100 Teilnehmer/innen der Veranstaltung setzten sich rund zwei Stunden mit den verschiedenen Perspektiven auf psychosoziale Belastungen, aber auch Schutzfaktoren für junge Menschen auseinander. Rosemarie Felder-Puig von der Gesundheit Österreich präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema, wie etwa die deutsche COPSY-Studie , die deutlich zeigt, dass Corona negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Jugendlichen hatte und das Risiko für psychische Auffälligkeiten im Laufe der Pandemie stabil hoch blieb. Lisa Gugglberger und Petra Winkler (beide Gesundheit Österreich) betonten in ihrem Vortrag die sozialen Dimensionen des Themas und die besonders hohe Belastung für armutsgefährdete bzw. armutsbetroffene Kinder und Jugendliche.

Vielfältige Angebote

In weiterer Folge präsentierten Expert/innen aus verschiedenen Bereichen Bedarfe, Maßnahmen und Angebote zur psychosozialen Gesundheit junger Menschen, wie etwas das Projekt „selbstwert – Mädchen und junge Frauen stärken!“ (ein Kooperationsprojekt verschiedener Frauengesundheitszentren), „Gemeinsam stark werden“ (ein Lebenskompetenz-Programm zur Suchtvorbeugung) oder auch den WohlfühlPOOL, eine Plattform für digitale Informations- und Unterstützungsangebote. Auch für die nahe Zukunft ist einiges zu erwarten: Ein Call des BMSGPK für Projekte zur Stärkung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird zur Entwicklung weiterer spannender Ideen und Aktivitäten beitragen (Einreichfrist für die Kurzkonzepte war der 15. Juni), und das BMBWF setzt ebenfalls eine Reihe von Maßnahmen um, wie zum Beispiel eine Aufstockung der Schulpsychologie-Angebote.

Auch ein weiteres Vernetzungsangebot ist bereits in Sicht: Am 17. November 2021 findet die Online-Netzwerktagung „Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern im digitalen Zeitalter“ statt. Hier finden Sie mehr Informationen und die Anmeldemöglichkeit.