„Ein-Blick“ in das Projekt respectful2gether@school

„Wir sind glücklich und dankbar, dass trotz Corona etwas weitergegangen ist!“

23 Kärntner Schulen – einige davon im Verbund – haben sich zum Projektstart für „respectful2together@school“ beworben. Jetzt, mehr als ein – sehr ereignisreiches und herausforderndes – Jahr später, sind immer noch alle 23 Schulen an Bord. „Wir haben es den Schulen freigestellt, in der Corona-Situation das Projekt ruhend zu stellen und wir haben praktisch nur online zusammengearbeitet. Aber alle haben sich „drübergetraut“, erzählt Projektleiterin Sabine Oberzaucher-Riepl von der Pädagogischen Hochschule Kärnten anerkennend.

Das große Interesse der Schulen, am Projekt mitzumachen, zeige die Bedeutung des Themas Psychosoziale Gesundheit und Mobbingprävention, ist Sabine Oberzaucher-Riepl überzeugt. Jetzt, nachdem alle Schüler/innen wieder zurück in ihren Klassen sind, ist die Situation vielleicht anders, aber ebenso herausfordernd: „Aktuell geht es bei vielen jungen Leuten vor allem darum, sich wieder einzufinden im Regelsystem, „zurückzufinden“ in die Schule“, so Sabine Oberzaucher-Riepl; oft zeigen sich bei den Schülerinnen und Schülern auch Stresssymptome im Zusammenhang mit den Erlebnissen und Erfahrungen der letzten Wochen und Monate.

Impulse für kleine Interventionen

Das Projekt war im März 2020 mit viel Elan und einer gelungenen Kick-off-Veranstaltung gestartet, eine Woche später wurde der erste Lockdown verhängt. Ein derartiger Einbruch musste erst einmal verkraftet werden: Die geplante Modulreihe im Sommersemester wurde abgesagt, die Begleitung der insgesamt 12 Schul- bzw. Verbundprozesse wurde auf Online-Kontakt umgestellt. Letztendlich konnte, musste auch ein Teil der Modul-Reihe auf ein Online-Format umgestellt werden, was auch einen Vorteil bot, erzählt die Projektleiterin: „Wir konnten die Reihe für weitere Teilnehmer/innen öffnen, was dazu beitrug, dass wir pro Termin 50-60 Teilnehmer/innen erreichten.“ Die Teilnehmer/innen erhielten verschiedenste Inputs, etwa zum Thema „Neue Autorität“, zum sprachsensiblen Umgang im Miteinander, zum No Blame Approach, zu Case Management, zu externen Unterstützungsangeboten wie z.B. der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Einzelne Aspekte aus der Modulreihe konnten in den Schulen auch gleich ausprobiert werden, erzählt Sabine Oberzaucher-Riepl und ergänzt: „Das ist für uns ein ganz wichtiges Ziel: Wir wollen, dass die Pädagog/innen unmittelbar kleine Elemente in die schulische Alltagskultur implementieren können und somit nachhaltig gewaltpräventiv arbeiten.“

Vielfalt anerkennen und würdigen

Die einzelnen Standorte haben ganz unterschiedliche Anliegen und Themen und entsprechend groß ist die Vielfalt der Maßnahmen, die in den Schulen umgesetzt werden. Während die eine Schule ein Leitbild erarbeitet hat, setzt eine andere auf den kreativen Umgang mit Themen wie Gewalt oder Mobbing, in einer dritten wiederum arbeiten junge Peer-Mediator/innen am Projekt mit. Diese große Vielfalt soll im Juni 2022 bei einer Veranstaltung auch einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt und vor allem gewürdigt werden. Auch eine Publikation über die Prozesse und Aktivitäten in den Schulen wird bei dieser Würdigungsveranstaltung vorgestellt. Die Veranstaltung soll das Wesen des Projekts widerspiegeln: Es gehe nämlich nicht um Konkurrenz zwischen den Schulen, viel mehr um ein Lernen voneinander, es gäbe keinen Druck und kein „Muss“, so die Projektleiterin, und betont: „In und mit dieser Freiheit und Flexibilität kann viel entstehen: Ungeplantes, Innovatives, Kreatives.“